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News-Ticker

28.07.2010, 10:11 Uhr | Lausitzer Rundschau, Gabi Böttcher Übersicht | Drucken
Landrat fordert musische Angebote an Landschulen

Herzberg. Die hohe Qualität des Angebotes der Musikschule Elbe-Elster soll auch künftig erhalten bleiben. Die Erhöhung der Gebühren zum 1. Januar um 30 Prozent sei sozial verträglich, entgegnen Landrat Christian Jaschinski (CDU) und sein Kämmerer Peter Hans der von Lesern vorgetragenen Kritik zum Beschluss des Kreistages.


Michael Wolf aus Betten, Steffen Dombrowe aus Finsterwalde und Diana Tobien, Honorarlehrerin an der Kreismusikschule »Gebrüder Graun«, hatten ihre Kritik anlässlich Christian Jaschinskis 100 Tagen im Amt formuliert und der RUNDSCHAU mit auf den Weg zum Pressegespräch gegeben.

Ob das die Retourkutsche zu der zuvor beschlossenen Festanstellung von Lehrern sei, fragt Michael Wolf. Und Diana Tobien befürchtet, dass eine so »drastische Erhöhung der Gebühren« eine Kündigungswelle nach sich ziehen würde, die wiederum die Lehrer der Musikschule »in große Existenzschwierigkeiten bringen« könne. »An den Festanstellungen rütteln wir nicht«, betont Landrat Jaschinski. Darauf habe man sich bereits vor der Beschlussfassung zur Gebührenerhöhung verständigt. Christian Jaschinski findet die Diskussion um die Gebühren an der Kreismusikschule nicht richtig. »Wir können nicht einerseits ein hohes Niveau sichern, die Hauptamtlichen stärken und andererseits die niedrigsten Gebühren im Land nehmen.« Noch hinzu käme, dass manche Kinder das Angebot der Musikschule wegen der Fahrerei gar nicht annehmen könnten.

Er schob einen Appell an die Landesregierung nach: »An ländlichen Grundschulen müssten allen Kindern Angebote unterbreitet werden. Ich denke, es wird wegen der Gebührenerhöhung keine dramatische Entwicklung an der Kreismusikschule geben.« Steffen Dombrowe, der noch nicht weiß, wie viele seiner Kinder er angesichts der Gebührenerhöhung im neuen Schuljahr für die Musikschule anmelden soll und der gar wirtschaftliche Einbußen für den Betrieb von Sohn Johannes sieht, der als Klavierbauer und -stimmer tätig ist, bietet der Landrat ein persönliches Gespräch an.

Kämmerer Peter Hans (CDU) verteidigt die Gebührenerhöhung aus Sicht des Kreishaushaltes: »Der Landkreis bezahlt immer noch 1,5 Millionen Euro Zuschuss im Jahr für die Musikschule.« Gemäß dem Brandenburgischen Musikschulgesetz erhalte eine Musikschule nur Landesförderung, wenn der Landkreis mindestens 40 Prozent der Gesamtkosten trage, bislang liege der Anteil in Elbe-Elster jedoch bei 68,1 Prozent.

Zum Thema:

Auf der Basis des Grundsatzbeschlusses des Kreistages zur Erhöhung der Gebühren um 30 Prozent wird derzeit eine neue Entgeltordnung für die Musikschule erarbeitet. Sie soll zunächst dem Fachausschuss des Kreistages am 29. September vorgelegt werden. Von Gabi Böttcher


aktualisiert von Andreas Egeresi, 28.07.2010, 10:15 Uhr

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