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News-Ticker






30.08.2010, 09:30 Uhr | Lausitzer Rundschau, Gabi Böttcher Übersicht | Drucken
„Schule für alle“ umstritten

Seit Wochen ist die Zukunft der Förderschulen in der Brandenburger Schullandschaft ein Thema der Auseinandersetzung. Im Elbe-Elster-Kreis brachte die CDU-Landtagsabgeordnete Anja Heinrich den Stein ins Rollen, indem sie vor dem Kreistag zu einer sachlichen Diskussion über das Thema aufforderte.


Die RUNDSCHAU befragte die drei Landtagsabgeordneten aus Elbe-Elster, Barbara Hackenschmidt (SPD), Carolin Steinmetzer-Mann (Die Linke) und Anja Heinrich (CDU) nach ihren Positionen. Zu den in der Diskussion verwendeten Begriffen Inklusion und Integration erklärt Prof. Dr. Monika Schumann von der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin: »Während das Konzept der Integration in erster Linie eine Anpassungsleistung von den Schülern mit Behinderungen an die bestehenden Schulstrukturen verlangt und Änderungen der Schulorganisation sowie der Lehr- und Lernstrategien im größeren Umfang nicht vorsieht, beruht das Konzept der inklusiven Erziehung auf dem Prinzip, alle Schüler ungeachtet ihrer individuellen Unterschiede gemeinsam zu unterrichten.« Heterogenität werde nicht als Problem, sondern als Bereicherung gesehen. Ziele der inklusiven Bildung seien insbesondere die Anerkennung und Wahrung der Vielfalt sowie die Bekämpfung diskriminierender Einstellungen und Werte. Angestrebt werde »eine Schule für alle«. Die Erreichung dieser Ziele setze im Gegensatz zum Konzept der Integration eine systematische Veränderung im Schulwesen voraus, und zwar im Hinblick auf Schulorganisation, Lehrpläne, Pädagogik, Didaktik und Methodik sowie Lehrerausbildung. Auch für Schüler mit Behinderungen solle eine Unterrichtssituation geschaffen werden, in der ihr Bildungspotential optimal entfaltet werden kann. Die Umsetzung des Inklusionskonzepts setzt einen lernzieldifferenzierten Unterricht voraus. Das geforderte Leistungsniveau solle der Leistungsfähigkeit der Schüler mit Behinderungen angepasst werden. Andernfalls wäre in der Schulpraxis die überwiegende Mehrzahl der Schüler mit Behinderungen durch einen zielgleichen Unterricht überfordert, so die Wissenschaftlerin. gb

aktualisiert von Andreas Egeresi, 31.08.2010, 09:31 Uhr

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