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30.01.2012, 11:28 Uhr | Lausitzer Rundschau, Von Sven Gückel Übersicht | Drucken
Hilfswerk nicht nur bei Hochwasser im Einsatz

Herzberg. Spätestens dann, wenn es gilt, Leben und Güter vor den Gewalten der Natur oder bei Katastrophen zu schützen, ist das Technische Hilfswerk (THW) als verlässlicher Partner vor Ort. Mit der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages wollen Landkreis und THW ihre Zusammenarbeit künftig auf eine noch höhere Stufe stellen.


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Stellvertretend für beide Vertragspartner unterzeichneten Landrat Christian Jaschinski (r.) und THW-Ortsgruppenführer Michael Marke die Kooperationsvereinbarung. Foto: Sven Gückel/svg1
Wie alle Hilfsorganisationen lebt auch das THW vom Ehrenamt. 33 Männer und Frauen zählt der Ortsverband Herzberg, dessen Schwerpunkt im Fachbereich Beleuchtung liegt.

Schattendasein

Doch anders als etwa die Feuerwehren führt das THW ein Schattendasein. Zu Unrecht. Denn wie die Kameraden der Wehren waren Mitarbeiter des THW in den vergangenen Monaten im gesamten Landkreis beim Hochwasser unzählige Stunden im Einsatz, unterstützten die Einsatzkräfte beim Löschen des Deponiebrandes in Massen oder nach dem Einsturz eines Rinderstalls in Plessa. Vielleicht liegt es einfach nur daran, dass ihr einziger Stützpunkt im Kreis im Herzberger Gewerbegebiet angesiedelt ist, sie keinen Fackelumzug begleiten, nicht zu Grillpartys einladen oder um Nachwuchs in den Grundschulen werben.

Spätestens bei den Hochwassereinsätzen an der Schwarzen Elster hat sich aber gezeigt, dass die Arbeit des THW unerlässlich ist. Angesichts der sich verändernden Wasserstände geht man beim Technischern Hilfswerk davon aus, hier in Zukunft noch stärker gefordert zu sein. Grund genug, so Ortsverbandsleiter Michael Marke am Freitag beim Neujahrsempfang des Verbandes in Herzberg, sich zwei leistungsstärkere Pumpen anzuschaffen.

Doch allein auf Hochwassereinsätze möchte man das Leistungsspektrum nicht eingeengt sehen. „Wer sich beim THW engagiert, tut dies im Bewusstsein, sich über das Übliche hinaus in den Dienst der Gesellschaft zu stellen zum Schutze der körperlichen Unversehrtheit anderer“, zollte Landrat Christian Jaschinski (CDU) Respekt. Er unterzeichnete gemeinsam mit THW-Ortsgruppenführer Michael Marke einen Kooperationsvertrag.

Dieser Vertrag sieht vor, das THW im Landkreis über die Hochwasserhilfe hinaus auch zu anderen Einsätzen anzufordern. Etwa bei größeren Bränden, Unfällen oder der Beseitigung von Sturmschäden. Zudem, so Jaschinski, soll das THW stärker in Notfallplanungen des Landkreises und praktische Übungen anderer Hilfsorganisationen eingebunden werden.

Enger verzahnt

Am Vorabend des 15-jährigen Bestehens der Ortsgruppe Herzberg sei die Vertragsunterzeichnung ein historischer Moment, sagte Ullrich Sodemann, Stellvertretender Landesbeauftragter des THW. Dieses Schriftstück trage mit dazu bei, das THW einem selbst erklärten Ziel näher zu bringen – der engeren Verzahnung mit anderen Organisationen. Ein Schritt, der auch in Hinblick auf eine höhere Einsatzeffizienz oder den demografischen Wandel zwingend erforderlich sei. Ohnehin gelte es abzuwarten, wie sich die personelle Struktur des THW nach Aussetzung der Wehrpflicht weiter gestaltet. Von den bundesweit etwa 40 000 Helfern sind mehr als 5000 über die Freistellung vom Wehrdienst zum THW gekommen. Trotzdem sich Bundeswehr und THW also den gleichen Nachwuchs „streitig“ machen, agieren sie im Ernstfall eng miteinander. Darauf verwies in einer kurzen Ansprache Oberstleutnant Wiland Oerter, der stellvertretend für den Standortältesten des Fliegerhorstes Holzdorf an der Veranstaltung teilnahm.

Für ihre Verdienste im THW wurden im Verlaufe der Veranstaltung Michael Pirl und Mario Wertner mit der Helfermedaille in Gold geehrt. Von Sven Gückel


aktualisiert von Andreas Egeresi, 30.01.2012, 11:29 Uhr

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